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die Lausitzer Rundschau schreibt am 9.09.2009

Kita Bad Muskau hat Modell-Projekt-Phase abgeschlossen

Drei Jahre Jahre lang gehörte die Kita Bad Muskau zu elf Modellprojekten sachsenweit, die als Konsultationseinrichtungen für die Umsetzung des sächsischen Bildungsplanes agierten. In der Praxis am Beispiel lernen, hat nicht nur den Gästen, sondern auch den Bad Muskauern einiges gebracht. In Kita und Hort werden derzeit 220 Mädchen und Jungen betreut. Vor wenigen Tagen konnte Bad Muskaus Kita-Leiterin Elke Klein in Dresden von Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) eine Urkunde in Empfang nehmen, die der Einrichtung ihre intensive Mitarbeit bei der Umsetzung des Bildungsplanes bescheinigt. Die Einrichtungen hatten sich im Rahmen eines Modellprojektes mit ausgewählten pädagogischen Bereichen besonders auseinandergesetzt und zeigten diese in der täglichen Praxis. Die Kindergärten wurden zu Konsultationseinrichtungen, weil es nach wie vor am überzeugendsten ist, wenn sich Sachen in der Praxis bewährt haben und sich Menschen vor Ort selbst ein Bild machen können. 34 Konsultationen mit 278 Besuchern haben die Bad Muskauer – der Turmvilla-Verein ist Träger der Einrichtung – auf der Habenseite und so manchen netten Spruch in ihrem Gästebuch stehen.  Kolleginnen von Görlitz bis Hoyerswerda, von Niesky bis Daubitz, von Weißwasser bis Schleife haben in der Kita an der Schützenstraße oder dem Hort an der Grundschule vorbeigeschaut. 

Vier Schwerpunkte hatte sich die Kita Bad Muskau anfangs ausgeguckt, um sie ihren auswärtigen Kolleginnen zu zeigen. So ging es um die Gestaltung der Eingewöhnungsphase bei Kindern, den Aufbau von Eltern-Kind-Gruppen sowie die deutsch-polnische Kooperationen von Einrichtungen. „Im Laufe der Zeit hat sich das aber auch verändert“, weiß Kita-Leiterin Elke Klein. So haben die Bad Muskauer sich mit dem Thema „Mittagsschlaf – Lust oder Frust?“ beschäftigt. „Dort haben wir nämlich verschiedene Angebote“, so Elke Klein. Denn in Bad Muskau schlafen nur ein Drittel der Kita-Kinder. Für die anderen gibt es in dieser Zeit Ruhephasen und ruhige Spielangebote.  „Das bedeutet natürlich auch, dass sich die Anforderungen an die Kita-Erzieherinnen verändern“, so Elke Klein. Und das natürlich nicht nur bei diesem Thema. „Wir machen keine Angebotspädagogik, sondern sind begleitende Erzieherinnen“, weiß Elke Klein. Eine Entwicklung, die auch die Erzieherinnen seit Einführung des Bildungsplanes im Jahr 2006 lernen mussten. Weiterbildung wurde und wird deshalb groß geschrieben.Die Umsetzung der Anforderungen aus dem Bildungsplan ist aber für die Kita nicht leicht. „Zeit zur Vor- und Nachbereitung ist nicht da“, sagt Elke Klein. Nicht nur das Kita-Personal und ihre freien Träger fordern deshalb, dass sich am Betreuungsschlüssel etwas ändern muss. „Bei der Veranstaltung in Dresden, wo das Modellprojekt abgeschlossen wurde, haben Minister und Referatsleiter auch erklärt, dass politisch gesehen Handlungsbedarf besteht“, gibt Elke Klein wieder. 

Die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen hat dazu eine Kita-Kampagne gestartet und fordert unter dem Motto „Weil Kinder Zeit brauchen“ eine Veränderung des Betreuungsschlüssels. Bis dato müssen die Erzieher mit der vorgegebenen Zeit auskommen. „Nicht immer ein leichtes Unterfangen. Denn Kinderentwicklung zu beobachten, auszuwerten und auch im Kollegenkreis zu thematisieren, bedarf Zeit“, so Elke Klein. 

Die Konzentration auf eigene Projekte (zum Beispiel Kita-Neubau) haben die Bad Muskauer bewogen, sich am neuen Modellprojekt nicht zu beteiligen. „Aber die drei zurückliegenden Jahre haben uns vorangebracht. Auch wir haben von unseren Besuchern gelernt, sie haben uns Tipps gegeben. Und der Erfahrungsaustausch mit den anderen Kitas war ganz wichtig.“ 

Regina Weiß

 



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