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die Gewalt geht vom Gelde aus

Reaktionen und Pressestimmen

„Der Film war wirklich beeindruckend, besonders weil alle Seiten zu Wort kamen.“

Luby postrow - einen lieben Gruß

Helena Pallmanova

Serbski Institut Bautzen

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Gerade habe ich mir den Film angeschaut, wirklich sehr gut, gefällt mir!

Tobias Loitsch, Geschäftsführer felxhelp, Bernstadt und Dresden

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War ein schöner Film gewesen. Kenne sozusagen beide Seiten ;)

Wann ist der film im Netz zu sehen??

Dipl.-Kfm. David Sauer

Vorstandsmitglied der SIRE IntCons AG

Sächsisches Institut für Regionalökonomie und Energiewirtschaft International Consulting Aktiengesellschaft

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Lieber Kollege Beder,

ich hab mir Euern Film “Die Gewalt geht vom Gelde aus” angesehen und er berührt mich sehr.

Hellmuth Henneberg, rbb

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Die Texte sind großartig, besonders das “Finale” oder besser der Abgesang... Ich weiß nicht, wieviele Reis- oder Geldsäcke umfallen müssen, damit sich was ändert und ob sich überhaupt jemals etwas ändern wird, außer in Form der vielen kleinen und größeren Updates,die alle nur einem Zweck dienen: die Maschine am Laufen zu halten. Aber natürlich wird man weitermachen und wenn ick Euren Film sehe, dann denke ick mir, es ist das gleiche alte Lied mit neuen Fahnen: “Schwarze Listen lieben uns!” Es hat sich nichts geändert...

Also nochmal: DANKE.

Kai Grehn, Autor, Regisseur

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Was ich sagen wollte: auch beim zweiten schauen, geht die Gewalt vom Gelde aus. Ich finde den Film sehr gelungen.

Thomas Wendrich, Regisseur

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Es hat sich für mich die günstige Gelegenheit ergeben, euren Dokufilm doch zu sehen: Und zwar in Großhennersdorf. Ja, zusammen mit Andreas Schönfelder haben wir uns eure Arbeit angesehen und ich muss sagen, er hat mich sehr berührt und mich auch ziemlich ratlos und nachdenklich gemacht. Ihr habt schon sehr an die wunden Stellen gerührt und die Widersprüche, die uns glaube ich alle begleiten aufgezeigt. Auch ich bin nicht frei davon.

Der Film sollte auf alle Fälle zu der im Herbst in Grohedo präsentierten Ausstellung zur “Kohle-Energie-Planung” in der DDR kurz vor der Wende gezeigt werden, denn auch da tun sich wieder Parallelen auf. Es hat sich nicht viel geändert, außer dass die Entschädigungen für die “Vertriebenen” heute höher ausfallen.

Gudrun Schellin

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Hallo Rene Beder,

im Auftrag von Andreas soll ich Ihnen für Ihre Infomail vom 24.08. danken. Damit verbunden möchten wir auch anfragen, ob Sie uns eine DVD mit Ihrem Film zusenden könnten und ob Sie damit einverstanden wären, wenn evtl. Ausschnitte aus Ihrem Film in unserer neuen Ausstellung “Anspruch und Wirklichkeit - Die Energie- und Umweltpolitik in der DDR am Beispiel des Energieträgers Braunkohle” Verwendung finden würden.

i.A. Jörg Wittmann

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Ich habe ihren Dokumentarfilm “Die Gewalt geht vom Gelde aus” gesehen. Ein wirklich sehr guter und empfehlenswerter Film.

Matthias Rochow, Dresden

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Die sorbische Grafikerin Maja Nagel und das Wendische Museum in Cottbus luden uns ein, den Film zu einer Finissage zu zeigen.

Das Sorbische Institut in Bautzen kaufte den Film für sein Archiv.

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Sächsische Zeitung vom 7.5.2009

Bad Muskauer drehen Film über Tagebau

Von Sandra Tietz

Aus der Schublade des Turmvilla e.V. wurde die Idee für einen Beitrag zu den Schleifer Umsiedlern gezogen – der ist abgedreht.

Die Jugendhilfeagentur Bad Muskau betreut auch Jugendliche in Schleife. Die Idee, einen Film zu den Schleifer Umsiedlern zu drehen, stammt jedoch von den „Nachbarn“ – von den Muskauern. „Das ist unser Sozialraum“, so Kathrin Schöne, Ideengeberin und Mitarbeiterin der Jugendhilfeagentur. Betraut mit der Aufgabe wurde ein Bekannter in seinem Fach: Der Klein Priebuser René Beder drehte schon „Wird doch nischt“, der in Bad Muskau spielt. Niemals wollte er ein Propagandawerk mit dem neuen Film erschaffen. René Beder sagt dennoch:

„Der Film wird Geschichte schreiben“. Nicht weil er seine Arbeit überschätzt, sondern weil er die Filmgeschichte kennt. „Das Werk lebt von Widersprüchen und Gegensätzlichkeiten“, so Beder. Ungefähr ein Jahr wurde „Die Gewalt geht vom Gelde aus“ gedreht. In der Gemeinde Schleife und im Tagebaugebiet Nochten. „Wir haben schon hundert Filme gesehen, die von der Umsiedlung und Abbaggerung handeln“, so Beder. „Unser Film schlägt sich auf keine Seite.“ Was genau das bedeutet, können die Bürger der Region in den nächsten Tagen sehen. In Bad Muskau und Schleife wird dann das einstündige Werk gezeigt. Beder kann sich vorstellen, dass Tränen kullern. „Ich habe das selbst so nicht erwartet. Begibt man sich in das Gebiet zwischen dem Weißwasseraner Urwald und den Dörfern rund um Schleife – bemerkt man, was für eine Gewalt auf die Bürger zukommt, die von den Kohlebaggern ausgeht“, so Beder. Der Filmemacher ist selbst in Cottbus aufgewachsen – kennt die Tagebauproblematik. Jetzt lebt er in Klein Priebus. „Ich war immer noch ‚nur‘ Nachbar“, sagt er. So wie die Muskauer. Doch nun, da er in die Schicksale eingetaucht ist und sich selbst damit konfrontiert sieht, „taucht die Wand wieder vor mir auf“. Doch die Spannung in dem Film lebe von dem großen „Aber“, sagt Beder. „Wir haben uns auch in den Konzern versucht hineinzu- versetzen, um die andere Seite zu verstehen.“ Ein Vattenfaller dürfe sich nicht vorstellen, in der Haut eines Umsiedlers zu stecken, sonst könne er nicht überzeugen. Schleifer Bürger, Bergbaubeauftragter Detlef Dähnert und die engagierte Sorbin Edith Penk, die sich auch in der Bürgerinitiative stark macht, seien einige der Protagonisten im Film.

Gezeigt wird der Film am 13. Mai im Sorbischen Kulturzentrum (19.30 Uhr) und am 16.Mai im Kino Bad Muskau (15 und 22 Uhr).

Es ist ein Dokumentarfilm von Arielle Kohlschmidt und René Beder nach der Idee von Kathrin Schöne und Peter Rossa.

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LR 13.05.2009

„Die Gewalt geht vom Gelde aus“ - heute

Vorpremiere in Schleife

Schleife. René Beder ist schon ein bisschen aufgeregt. „Das ist immer so vor einer Filmpremiere“, erzählt der Dokumentarfilmer. Nach dem erfolgreichen Film „Männerstadt im Neißetal“ und dem Muskau-Streifen „Wird doch nüscht?“, gibt es heute in Schleife die Voraufführung von „Die Gewalt geht vom Gelde aus“.

„Der Tagebau Nochten bei Weißwasser holt sich demnächst einen Teil von Trebendorf und einen Teil der Dörfer Rohne und Mulkwitz. Man denkt: Ein Dorf wird abgebaggert. Ok, das kennt man ja. Wir müssen ja an die Kohle ran. Wir wollen doch alle jeden Tag ein Licht einschalten!? Geht doch nicht anders. Oder? Also was ist dabei? Wenn in China ein Sack Reis umfällt? Wer aber einmal zwischen Tagebaukante, sorbischem Dorf und dem alten, seltenen Urwald stand, wenn nur so die Wasserpumpen schnaufen, die das Grundwasser unter die Kohle senken, der weiß, dass hier mehr als ein Sack Reis, und mehr als nur ein Sack Geld umfällt. Der weiß: Hier frisst sich etwas durch den Sand, das hat noch keine Gnade gekannt. Doch ein Großteil der Betroffenen will freiwillig gehen. Nur die Rohner Umsiedler haben eine Bürgerinitiative gegründet. Geht es um Heimat? Oder um Geld? Geht es um Selbstbestimmung? Oder um die Übermacht des längst von anderen Beschlossenen? Und sind wir so unschuldig, wie wir uns fühlen?“ So beschreiben die Filmemacher ihr Werk selbst.

Die Vorvoraufführung hat der Dokumentarfilm „Die Gewalt geht vom Gelde aus“ bereits in Dresden erlebt.

"Arielle Kohlschmidt war dort. Sie hat gesagt, 90 Prozent der Besuchern hat er gut gefallen“, berichtet René Beder. Das hofft er auch bei den nächsten Vorstellungen. „Wir haben versucht zu verhindern, uns auf eine Seite zu schlagen, in dem wir alle Beteiligten gehört haben“, so Beder. Dabei gibt er zu, auch selbst so manche neue Erkenntnis, manch neue Sicht oder Eindrücke gewonnen zu haben. „Wenn man wie ich in Cottbus zu Schule gegangen ist, dann hat man Tagebau schon erlebt, beiläufig, nebenbei und auch über das Sorbische hat man etwas gewusst“, so Beder. Durch den Film sei das Thema Tagebau viel näher gekommen. „Wenn man da aber so an der Tagebaukante steht…“

Und er habe Hanso Njepila für sich entdeckt, seine Werke gelesen. „Ich war wirklich erstaunt, mit wie viel Herzblut die Leute da heute dabei sind“, blickt er in Richtung Rohne und den dort aktiven Verein. Ostern 2008 hat der erste Drehtag stattgefunden. Davor hat es schon mehrere Monate Vorbereitungszeit gegeben. Bereits Ende 2007 hatte die Turmvilla Bad Muskau, die Jugendhilfeagentur betreut auch den Sozialraum der Schleifer Verwaltungsgemeinschaft, die Idee dieses Films im Gemeinderat vorgestellt. Die Idee dazu ist auch in der Turmvilla entstanden. Aus gut dem Zehn- bis Zwölffachen an Filmmaterial musste ausgewählt werden, um den einstündigen Streifen zusammenzuschneiden.

Und der Titel? „In der Verfassung steht ja, dass die Gewalt vom Volke ausgeht. Für diesen usspruch ist Thomas Münzer übrigens damals gestorben“, erinnert Beder. Doch die Region, das Leben, sei eben vom Geld, auch von der Braunkohle abhängig . . .

Mit „Die Männer im Neißetal“ und „Das wird doch nüscht?“ haben Beder und Kohlschmidt mit ihrer Firma blendwerck in den letzten Jahren schon Menschen und Entwicklungen der Region porträtiert.

Nun sind sie gespannt, wie ihre neustes Film-Werk ankommt.

Von Regina Weiß

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Sächsische Zeitung vom 13.5.2009

6. Neiße-Filmfestival startet heute

Bad Muskau. Vom 13. bis 17. Mai gibt es zahlreiche Veranstaltungen anlässlich des Neiße-Filmfestivals. In Bad Muskau wird im Deli Filmtheater am 16. Mai um 15 Uhr zur Premiere des Dokumentarfilms „Die Gewalt geht vom Gelde aus“ eingeladen. Eine zweite Vorstellung ist am selben Tag um 22 Uhr. Arielle Kohlschmidt und René Beder beschreiben in dem Dokumentarfilm die Zeit zwischen Idylle und Umsiedlung im Kirchspiel Schleife. Heute, ab 19.30 Uhr, ist der Film auch im Sorbischen Kulturzentrum Schleife zu sehen. (SZ) S. 7

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LR 15.05.2009

Geteilte Meinung zum Film in Schleife

Schleife Richtige Kinoatmosphäre war am Mittwochabend im Saal des Sorbischen Kulturzentrums Schleife angesagt. Zahlreiche Zuschauer waren gekommen, um sich die Vorpremiere des Dokufilms „Die Gewalt geht vom Gelde aus“ anzusehen.

Nach dem Streifen „Männerstadt im Neißetal“ präsentierten die beiden Dokumentarfilmer René Beder und Arielle Kohlschmidt den Film „Die Gewalt geht vom Gelde aus“ (RUNDSCHAU berichtete). Zahlreiche Protagonisten waren gespannt auf den Film. Aber auch andere interessierte Besucher - wie Thomas Schwarz aus Schleife - wollten sich den Streifen unbedingt ansehen. „Ich interessiere mich sehr für dieses heikle Thema Kohle, Dörfer, Umsiedlung und freue mich, dass jetzt auch ein Film darüber gedreht wurde, der beide Seiten beleuchtet“, so Schwarz. Auch Jens Kreisel aus Rohne war gekommen. „Ich engagiere mich in der Bürgerinitiative. Es ist ein sehr schwieriges Thema, mit dem sich die Dokumentarfilmer beschäftigten. Ich finde den Film sehr gelungen.“

Wie Peter Rossa, Geschäftsführer des soziokulturellem Zentrums Turmvilla Bad Muskau, betonte, sei gerade der Film eine sehr gute Möglichkeit um solch ein Thema öffentlich zu machen. „Keine Ausstellung oder andere Veranstaltungen sind dafür so geeignet wie ein Film, der eine breite Masse erreicht. Ich finde, der Film ist hervorragend gelungen“, so Rossa.

Michael Krenz aus Weißwasser gehörte ebenfalls zu den Besuchern der Vorpremiere. „Ich gehöre zwar auch zu den Protagonisten, will mich heute aber erst einmal überraschen, ob ich überhaupt im Streifen zu sehen bin.“ Mit einem Interview „verewigt“ wurde im Film Pfarrer Steffen Huth. Gespannt war auf den Dokumentarfilm auch Lothar Bienst. „Ich bin gespannt, wie mit diesem heiklen Thema in einem Film umgegangen wird, es ist ja schließlich eine Art Gradwanderung.“

Neben positiven Stimmen gab es aber auch kritische. Die Bilder und ihre Botschaft wurden in kleinen Gruppen noch heftig diskutiert. Wie die RUNDSCHAU erfuhr, waren vor allem Sorben vom Gezeigten sehr bewegt und auch verletzt. Sie hätten nicht erwartet, dass ihre Brauchtumspflege in diesen speziellen Kontext gestellt wird.

Schon vor Beginn hatte sich Filmer René Beder für die Unterstützung während der Filmarbeiten bedankt. „Danke für das schöne Jahr. Ich habe am Anfang nicht geahnt, wie tief mich die Arbeit an diesem Streifen berühren wird. Wir haben sehr viel schöne Sachen erlebt, so beispielsweise die Geschichte der Familie Hottas oder das Gespräch mit dem Schulleiter der Mittelschule Schleife. Allen Mitwirkenden und Helfern ein herzliches Dankeschön.“

Im Rahmen des Neiße-Filmfestes erfolgt die Premiere am 16. Mai um 15 und 22 Uhr im Deli- Theater Bad Muskau.

Von André Kurtas und Regina Weiß

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LR 19.05.2009

Der Film „Die Gewalt geht vom Gelde aus“ hat eine Chance vertan

(die RUNDSCHAU berichtete). Nach der Premiere meldet sich Gemeinderat Wolfgang Goldstein zu Wort: Der Film „Die Gewalt geht vom Gelde aus“ führt in Schleife und der Region zu Leider fand Herr Beder für das von ihm angeführte Gespräch mit mir offensichtlich keinen geeigneten Platz in seinem Film „Die Gewalt geht vom Gelde aus“, oder vielleicht passte meine Sicht auf die schwierige und sehr sensible Thematik nicht in das Konzept, jedenfalls bedaure ich sehr, dass nach meiner Ansicht der Film dem formulierten Anspruch der Ausgewogenheit der Darstellungen nicht gerecht wurde. Die Art wie - sowohl unsere Mitbürger als auch die aus Trebendorf - durch einige Kommentare dargestellt wurden, empfand ich persönlich als verletzend und was für mich noch schlimmer wiegt, auch dazu angetan, Unfrieden zwischen den Menschen, den sorbischen wie den deutschen, und den Dörfern in unserem Gemeinwesen zu stiften. Denn so, wie in den entsprechenden Kommentaren pauschal den eventuell künftig Betroffenen, die ihre persönliche Lebensplanung an eine zeitnahe Umsiedlung knüpfen,Geldgier und Heimatmissachtung als Motivation unterstellt wurde, werden nun diese wiederum pauschal den „Umsiedlern“ dasselbe entgegen halten können. Doch es gibt auf beiden Seiten auch diejenigen, die nicht vorschnell und vor allem auch nicht mit verletzenden Vergleichen über andere den Stab brechen. Deshalb tut es mir eben leid, dass die direkt von der Umsiedlung betroffenen Bürger, die in dem Film immer wieder zu Wort kommen, so empfinde ich es jedenfalls, teilweise instrumentalisiert wurden, um eben nur eine mögliche Sicht als die einzig richtige darzustellen. Ist es nicht etwas verwunderlich, dass dem Pfarrer unserer betroffenen Dörfer nur in wenigen, offensichtlich auch noch aus dem eigentlichen Kontext gerissenen Sätzen, geringere Zeit eingeräumt wird, als einem beruflich vielleicht nicht ganz uninteressiertem Anwalt? Wäre es nicht hilfreicher und für alle Beteiligten von Nutzen gewesen, wenn der Film auch besonnenere Stimmen hätte zu Wort kommen lassen, die realistische Ziele für künftige Pläne auch ins Gespräch hätten bringen können, die die Wunden, die dieser Prozess schon geschlagen hat nicht erneut aufreißen und noch tiefer und schlimmer machen würden?

Bleibt zu hoffen, dass in den künftigen Kommunalvertretungen diese besonnenen Stimmen die Oberhand von unseren Bürgern übertragen bekommen. Ich hätte mir gewünscht, dass der Film eine Brücke zum gegenseitigen Verstehen zwischen den direkt Betroffenen und denen, die zwar nicht weg müssen, aber andererseits eben auch nicht weg können, geschlagen hätte.

Ich fand, diese Chance wurde leider nicht ergriffen, sie wurde vertan.

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LR 19.05.2009

Mit dem Film "Die Gewalt geht vom Gelde aus" werden Klischees bedient

Zum Film „Die Gewalt geht vom Gelde aus“, vorgestellt im Rahmen des Neiße-Filmfestivals am Mittwoch, dem 13. Mai, im Sorbischen Kulturzentrum Schleife und Samstag, dem 16. Mai, in Bad Muskau, schreibt Manfred Hermasch, Regionalsprecher Domowina.

Vorweg: Die zum Nachdenken anregenden Texte über den gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft, mit denen der Film unterlegt ist, wären an sich ein guter Ausgangspunkt für eine fundierte Bestandsaufnahme der Lage der vom Braunkohletagebau Nochten betroffenen Orte. Leider aber dokumentiert dieser „Dokumentarfilm“ vor allem die Vorurteile der Filmemacher gegenüber der großen Mehrheit der Menschen im Schleifer Kirchspiel, die als obrigkeitshörige, käufliche Knechte eines Großkonzerns verunglimpft werden. Ganz abgesehen von der streckenweise dilettantischen Kameraführung und schlechten Tonqualität, die das Kinoerlebnis beeinträchtigen, nervt die Mischung aus Unwissen und Einseitigkeit der Filmproduzenten. Nichts erfährt der Zuschauer beispielsweise über die durch harte Verhandlungen ermöglichte, von Vattenfall finanzierte Stiftungen, die jahrzehntelang unsere Vereine bei der Pflege von Gemeinschaft und selbstverständlich auch sorbischer Kultur unterstützen werden. Der Film bedient leider abgegriffene Klischees mancher Städter bezüglich dörflichen Lebens und wird daher der komplexen gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Wirklichkeit im vom Braunkohletagebau betroffenen sorbischen Siedlungsgebiet nicht gerecht.

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Junge Welt vom 19.05.2009

6. Neißefilmfestival (Auszug)

von F.B.Habel

Im »Regionalen Fenster« des Beiprogramms steuerten Arielle Kohlschmidt und René Beder den interessantesten Film bei. Ihre Dokumentation »Die Gewalt geht vom Gelde aus« führt in die Lausitzer Interessensphäre von Vattenfall. Gezeigt wird, mit welchen Methoden der Konzern Menschen dazu bringt, ihre Dörfer zu verlassen, damit die abgebaggert werden können. Wie wichtig es ist, sich nicht gefügig machen zu lassen, sondern Charakter zu zeigen, wurde im anschließenden Gespräch mit Bürgerinitiativen und Kommunalpolitikern deutlich.

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Online-und Print-Artikel ab dem 19.5.2009 zur Aufführung am 3.7.:

www.goerlitzer-anzeiger.de

www.zittauer-anzeiger.de

www.weisswasseraner-anzeiger.de

www.bautzner-anzeiger.de

Ein Film von Menschen, Kohle und Geld

Görlitz-Zgorzelec. Das Industriezeitalter bescherte der Lausitz auch im nördlichen Teil des heutigen Landkreises Görlitz ein teuflisches Schicksal: Die Gewinnung von Braunkohle brachte Wohlstand um den Preis der Verlustes der Heimat. Zwei junge Dokumentarfilmer griffen eine Idee aus der Region auf. Sie zeigen nun mit “Die Gewalt geht vom Gelde aus”, wie Menschen dazu gebracht werden, Ihre Siedlungen aufzugeben, die Zeit des Übergangszwischen Idylle und Umsiedlung. Sind wir unschuldig?Oder anders? Also was ist dabei? Wenn in China ein Sack Reis umfällt? Wer aber einmal zwischen Tagebaukante, sorbischem Dorf und dem alten, seltenen Urwald stand, wenn nur so die Wasserpumpen schnaufen, die das Grundwasser unter die Kohle senken, der weiß, dass hier mehr als ein Sack Reis, mehr als nur ein Sack Geld umfällt. Der weiß: Hier frisst sich etwas durch den Sand, das hat noch keine Gnade gekannt. Doch ein Großteil der Betroffenen will freiwillig gehen. Nur die Rohner Umsiedler haben eine Bürgerinitiative gegründet. Geht es um Heimat? Oder um Geld? Geht es um Selbstbestimmung? Oder um die Übermacht des längst von anderen Beschlossenen? Und sind wir so unschuldig, wie wir uns fühlen? Der Dokumentarfilm „Die Gewalt geht vom Gelde aus“ von Arielle Kohlschmidt und René Beder beschreibt die Zeit zwischen Idylle und Umsiedlung im Kirchspiel Schleife in Sachsen. Und er zeigt, wie es kommt, dass es kommt, wie es immer kommt.Die Idee stammt von Peter Rossa und Kathrin Schöne. Für Rossa ist der Film das perfekte Medium, den Menschen das Thema nahe zu bringen: “Da gehen Sie hin, das sehen sie an, da reden sie drüber!” Das Anliegen scheint feinfühlig und doch mit harten Fakten unterlegt umgesetzt: Die Gewalt geht von Gelde aus.

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