Präventive Jugendarbeit


Kürzungen in der Jugendhilfe

Der Freistaat Sachsen hat im Februar Kürzungspläne für den laufenden Staatshaushalt bekannt gegeben. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) muss über 14 Millionen Euro einsparen. Betroffen ist neben der Jugendpauschale unter anderem das Freiwillige Soziale Jahr.

Die Jugendpauschale ist der Anteil den der Freistaat an die Landkreise in Sachsen zahlt, um dort die Jugendhilfe zu finanzieren. Zusätzlich wurde bisher der gleiche Anteil durch die Gemeinden und Städte zugezahlt.

In Zahlen bedeutet dies. Bisher zahlte der Freistaat für jedes Kind und Jugendlichen zwischen 0 und 27 Jahren im Landkreis 14,70 €. Die geplante Kürzung auf 10,40 € bedeutet eine Mindereinnahme des Landkreises Görlitz von 257.000 €.

Was das jetzt konkret für die Jugendhilfe im Landkreis bedeutet, ist noch nicht bezifferbar. Da der Landkreis als auch die Städte und Gemeinden den Fehlbetrag wohl nicht auffangen können, wird es zu Kürzungen kommen.

Folgen dieser Kürzungen werden sein:

  1. Es entstehen weiße Flecken, in denen es keine professionell begleitete Jugendarbeit mehr geben wird.
  2. Jugendarbeit wird weiter in den Niedriglohnbereich verlagert. Ein-Euro Jobber werden als Ersatz für ausgebildete Sozialpädagogen die Kinder- und Jugendeinrichtungen begleiten. So geht man weder mit Kindern und Jugendlichen noch mit den engagierten Arbeitnehmern um.
  3. Ehrenamtliche Strukturen werden geschwächt. Neben Kürzungen im Personalbereich wird es auch Kürzungen bei Projektgeldern geben, mit denen bisher ehrenamtliche Jugendclubs und Initiativen ihre Projekte finanziert haben.
  4. Die drastischen Kürzungen bei den FSJ-Stellen zum 01.09.2010 nehmen jungen Menschen die Chance, in einer prägenden Lebensphase wichtige Erfahrungen zu sammeln, sich auszuprobieren und auf das Berufsleben vorzubereiten. Dies betrifft die Arbeit in Krankenhäusern, im Sozialdienst, in Alten, Pflege- und Kinderheimen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie in kulturellen Projekten und Umweltorganisationen. Auf ihre sinnvolle und notwendige Arbeit wird dann vielerorts verzichtet werden müssen.

 

Sachsenweit wurde zu Protestaktionen aufgerufen. Im Landkreis protestierten am 01.03.2010 Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Sozialarbeiter in Weißwasser, Görlitz und Zittau mit einen so genannten FlashMob gegen die Kürzungen.

Hier findet ihr die Aufzeichnung zum Flashmob in Görlitz.

Presseartikel zum Flashmob Im Landkreis und Umgebung

Am 10.03.2010 demonstrierten über 4.000 Leute vorm Landtag in Dresden, in dem zu der Zeit der Landesjugendausschuss tagte. Neben Mitarbeitern aus Jugendeinrichtungen nahmen auch Studenten aus Görlitz an der Demonstration teil.

Presseartikel zur Demonstration in Dresden



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