Internationale Jugend- und Bildungsarbeit


"Gemeinsam Lernen" als Nachfolgeprojekt zu "Zusammenleben" und "Lebenslust"

Idee

Das Projekt „Gemeinsam Lernen – Razem się uczyć“ richtet sich an eine feste Gruppe aus 10 deutschen und 10 polnischen Mädchen und Jungen im Alter von 12-14 Jahren aus dem Gemeinwesen Weißwasser-Bad Muskau-Łęknica (und Umgebung). Zur Zeit nehmen 8 Jugendliche aus dem Gymnasium in Weißwasser und 8 Jugendliche aus Łęknica teil.

Die Teilnahme an allen Teilen des Projektes ist verpflichtend. Das Programm soll von der Gruppe größtenteils in Eigenregie erstellt werden. Ebenso soll eine gemeinschaftliche Auswertung durch die Gruppe stattfinden.

Das Begegnungsprojekt wird aus mehreren Einzeltreffen (12 Einzeltagestreffen und zwei Wochenendaufenthalten mit je 2 Übernachtungen) bestehen, die sich über die Monate Januar bis einschließlich Juni erstrecken (siehe unten unter Projektverlauf). Erste Begegnungen gab es bereits seit September 2007, die ersten Begegnungen in 2008 sind absolviert.

Im Zentrum des Projektes steht die langfristige Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen an der deutsch-polnischen Grenze in einer festen Gruppe. Die Zusammenarbeit wird sich im Projektverlauf interkulturell, aber nicht immer zwingend deutsch-polnisch gestalten. Vielmehr geht es um das Wahrnehmen und das Arbeiten mit der eigenen Herkunft und das am Anfang auch explizit in der nationalen Gruppe.

Im konkreten werden sich die Jugendliche mit von ihnen selbst ausgewählten und für sie relevanten Themen auseinandersetzen und dabei vor allem ein sozial orientiertes sowie selbstbestimmtes Denken und Arbeiten erlernen. Dabei werden sie durch verschiedene Medientechniken (Film, Interview, Bildende Kunst) unterstützt, die auch in die Formate der einzelnen Begegnungen einfließen werden.

Ziel

Primäres Ziel dieses Projektes ist es, die Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten von dt. und poln. SchülerInnen in der Grenzregion zu fördern und zu entwickeln.

Sprachfähigkeiten bezeichnet hier in erster Linie die Kenntnisse der Sprache des Nachbarlandes. Kommunikationsfähigkeiten bedeutet vor allem die Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation.

Abgesehen von ganz praktischen Aspekten dieser Fähigkeiten, wie z.B. bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, oder erhöhte Teamfähigkeit, stehen hierbei vor allen Dingen die charakterliche Entwicklung der Jugendlichen sowie die Bildung eines Demokratiebewusstseins im Zentrum der Arbeit.

Die Auseinandersetzung mit dem (scheinbar) Fremden, das Herausarbeiten von Gemeinsamkeiten und Unterschieden beider Kulturen gebrochen an Eigen- und Fremdwahrnehmung hilft das eigene Selbstbild kritisch zu antizipieren und auf diese Weise ein tieferes Verständnis für so abstrakte Begrifflichkeiten, wie Identität, Nation und Kultur und deren Ambivalenz zu entwickeln. Das gemeinsame Arbeiten in gemischtsprachlichen Gruppen soll es den SchülerInnen ermöglichen, einen toleranten Umgang miteinander zu erlernen und ihnen schon frühzeitig aufzeigen, wie sie verantwortungsvoll mit der sie umgebenden Welt umgehen können.

Das Begegnungsprojekt soll zudem einen methodischen Ansatz liefern, wie freie Träger der Jugendhilfe die schulische Bildung in solchen Fächern wie Fremdsprache Polnisch/Deutsch, Gemeinschaftskunde und Geschichte mit den Mitteln der Sprachanimation, der gruppenintegrativen Arbeit und der interkulturellen Kommunikation unterstützen können.

Die im Verlaufe der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse sollen als Ergebnis in Form eines Methodenbandes LehrerInnen, wie auch MultiplikatorInnen der Jugendhilfe und der außerschulischen Bildung zur Verfügung gestellt werden.

Team

Durchgeführt für "Gemeinsam Lernen" von Ewa Wieczorkowska und Olaf Matthei, die beide 2005 die trilaterale Fortbildung zum/r Interkulturellen Gruppenleiter/in absolviert haben.

 



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