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18.5.2008 Premiere: „Wird doch nüscht“

 im Rahmen des 5. NEISSE FILMFESTIVAL 
im  Kulturkeller der Turmvilla
Der Dokumentarfilm „Wird doch nüscht“ von Arielle Kohlschmidt und René Beder begleitet die Menschen in Bad Muskau, einer kleinen Stadt weit im Osten, bei ihrem langen Warten auf den Aufschwung. Eintritt 3,- €, Ansprechpartner: René Beder und Andreas Wolf


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Bad Muskau bekommt Spiegel vorgehalten


Rene Beder und Arielle Kohlschmidt
Regina Weiß im Gespräch

18.5.2008
Filmpremiere am Sonntagabend in der Turmvilla

Bad Muskau.  Volles Haus hat Sonntagabend im Kulturkeller der Turmvilla Bad Muskau geherrscht. Dort erlebte der Film «Wird doch nüscht?» seine Parkstadt-Premiere.

Arielle Kohlschmidt und René Beder – die beiden Filmemacher – und Gastgeber Peter Rossa – er hatte auch mit die Idee zum Film – freuten sich, dass so viele Zuschauer gekommen waren. «Es ist ein beachtliches Zeitdokument geworden» , meinte Peter Rossa. René Beder meinte mit einem Schmunzeln: «Man geht ja heute eigentlich ins Kino, um nicht mitdenken zu müssen. Es tut mir leid, bei unserem Film müssen Sie sich Ihren Teil dazu denken» , so Beder. 

Er und sein Team von Blendwerck hatten mit der Kamera und dem Mikrofon Meinungen der Bad Muskauer zum umstrittenen Tiefgaragenprojekt eingeholt. Schon der Filmtitel «Wir doch nüscht?» gibt wider, was der Großteil der Bevölkerung in der Zeit der Diskussion ums Projekt gedacht hat. Bemerkenswert ehrlich haben die Protagonisten – Bürger wie Werner Holzhausen, Bernd Quint, Hans Schmidt, Jens Wunderlich; Bürgermeister außer und im Dienst Roswitha Thomaschk, Heidi Knoop und Andreas Bänder; Stadtrat Thomas Baum oder Investor Bernd Geisler – ihre Meinung wiedergegeben. Herausgekommen ist ein Film, der den Bad Muskauern den Spiegel vorhält. Er zeigt zum einen (leider) die pessimistische Grundintension in der Stadt, zum anderen das komplizierte Ringen um Projekte. Mit Rückblicken in die Historie (Pückler-Zeit) und die neuere Geschichte (Polen-Markt-Boom-Zeit mit 27 Millionen Besuchern) versuchen die Filmemacher auch einzuordnen, warum manches so und nicht anders gelaufen ist in der Stadt. 

Gut eine Stunde zieht der Film die Premierengäste – darunter auch Bürgermeister Andreas Bänder – in seinen Bann. Und es gibt bei vielen Sätzen, die zum Mit- und Nachdenken anregen auch Situationen, wo alle herzlich lachen können. Wenn zum Beispiel Jens Wunderlich meint: «Es ist nichts geworden, bis auf das, was geworden ist.» Wenn Werner Holzhausen aus der Familiengeschichte erzählt, dass Marga geheiratet werden musste, um an ein Stück Wiese zu kommen. Wenn Heidi Knoop meint, sie hätte sich immer einen Lottogewinn gewünscht. «Hätte ja nicht viel sein müssen, zehn Millionen hätten ja gereicht.»

Neben der Tiefgarage wurde auch das Kurprojekt Muskauer Hof thematisiert. «Silvester 1991 schloss es seine Pforten und wurde seitdem zum Symbol für den einsetzenden Aufschwung» , meinte René Beder aus dem Hintergrund. Auch wenn der Film zeigt, dass der Abriss vonstatten geht, wird der Aufschwung weiter in Frage gestellt. «Ich glaube erst an das Hotel, wenn es steht», meint eine Frau im Film. «Typisch Muskau» , heißt es danach von den Gästen. Wer den Film nicht gesehen hat, der kann ihn sich auf DVD ansehen. Diese ist ab sofort an der Rezeption der Turmvilla für den Preis von zehn Euro zu haben.

Regina Weiß,
LR vom 21.5.08



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