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Die Turmvilla in Bad Muskau
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts legte Hermann Fürst von Pückler Muskau diesen mehr als 500 Hektar großen Landschaftspark an. Es entstand einer der bedeutendsten Landschaftsgärten Europas - der Muskauer Park.
Der Park umschließt nicht nur unser Zentrum, er umgibt die gesamte über 550 Jahre alte Lausitzer Kleinstadt Bad Muskau. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Bad Muskau Grenzstadt, und auch den Park durchzog nun eine Staatsgrenze. Über Jahrzehnte wurde der Park von beiden Ländern sehr unterschiedlich genutzt und gepflegt, so dass seine Wirkung als Gesamtkunstwerk stark beeinträchtigt war. Inzwischen wird der Park gemeinsam nach einheitlichem Vorbild gepflegt und wieder hergestellt. Er ist inzwischen ein Symbol für die gelungene Zusammenarbeit beider Länder geworden. Dass der Muskauer Park in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden konnte, ist wohl der bedeutendste Ausdruck dieser erfolgreichen Zusammenarbeit.
Wohl die meisten Menschen bringen Pückler zu Recht mit Landschaftsgestaltung und Gartenkunst in Verbindung. Für uns hingegen stand im Vordergrund, mit welcher leidenschaftlichen Begeisterung er sein Leben und sein Umfeld gestaltete, wie phantasie- und anspruchsvoll er es verstand, etwas noch heute so intensiv Wirkendes zu schaffen. Die Region und so mancher Experte will noch heut mit Hilfe seiner geistigen Vorleistung überregionale Bedeutung gewinnen.
Über Pückler wussten wir wenig, als wir im Mai 1990 – inspiriert von der Aufbruchstimmung der DDR-„Wende“ – aus einem kommunalen Jugendclub und einer Ortsgruppe der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ einen Verein gründeten. Aber der Park, seine landschaftliche Schönheit ebenso wie seine grenzüberschreitende und künstlerische Bedeutung, hatten uns längst fasziniert.
Neben der landschaftsgestalterischen Bedeutung fanden wir bei Pückler und im Muskauer Park Themen angesprochen, die für uns sehr zeitgemäß und attraktiv sind. Dazu gehören: das in mehrfacher Hinsicht bereichernde Zusammenwirken zwischen Mensch und Natur, sowie die Idee, dass mit der Qualität des Umfeldes auch soziale und kulturelle Beeinflussung stattfindet, dazu gehört auch die nahe liegende Hoffnung, im Muskauer Park etwas für die deutsch-polnische Zusammenarbeit und Aussöhnung tun zu können.
All dies waren Anhaltspunkte, die für den Muskauer Park als Ort unserer Arbeit sprachen. Nach den ersten Schritten, die wir im Orangerie-Gebäude des Parkes taten, folgte am 17.Mai 1994 der erste symbolische Spatenstich an der Turmvilla.
Nach umfangreichen Bauarbeiten konnte unser Zentrum am 30.Oktober 1999 eingeweiht werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Sanierung war das denkmalgerechte und ökologische Bauen.
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